1 · Die wichtigste Frage zuerst: sitzt die Klient:in im Raum oder im Videocall?
Das klingt nebensächlich, ist aber der ganze Unterschied. In dem einen Fall ist das Problem mit einer einzigen Einstellung erledigt, im anderen hilft nur Aufräumen vor der Sitzung.
Online-Sitzung
Die Klient:in hört nur, was in den Videocall geht. Systemtöne landen bei Dir — nicht bei ihr. Vorausgesetzt, die Wege sind sauber getrennt.
Aufwand: einmal einstellen, dann nie wieder.
Sitzung vor Ort
Die Klient:in trägt Kopfhörer am selben Ausgang. Alles, was der Rechner von sich gibt, landet in diesen Kopfhörern.
Hier hilft nur: den Rechner vorher ruhigstellen.
2 · Online: getrennte Wege — und die Falle dabei
Wenn Du online arbeitest, läuft Hypnotika über ein virtuelles Audio-Kabel in den Videocall. Entscheidend ist, dass zwei verschiedene Geräte im Spiel sind:
| Was | Wohin | Wer hört es |
|---|---|---|
| Hypnotika-Ausgabegerät Einstellungen → Ausgabegerät | das virtuelle Kabel | die Klient:in im Call |
| Windows-Standardgerät Systemeinstellungen | Deine normalen Lautsprecher oder Dein Headset | nur Du |
Sind diese beiden getrennt, kann eine Mail-Benachrichtigung nicht bei der Klient:in ankommen — sie geht auf das Standardgerät, und das ist nicht der Weg in den Call.
Kurz prüfen: In Hypnotika unter Einstellungen → Ausgabegerät nachsehen, welches Gerät dort steht — und ob es ein anderes ist als das Windows-Standardgerät.
3 · Vor Ort: hier muss der Rechner wirklich still sein
Teilt Ihr Euch einen Ausgang — die Klient:in mit Kopfhörern, Du mit Lautsprecher oder Kopfhörer daneben — nützt kein Routing. Was der Rechner ausgibt, ist im Kopfhörer. Punkt.
Was dann wirkt, steht im nächsten Abschnitt. Und dort steckt eine Unterscheidung, die den meisten nicht bewusst ist.
4 · „Bitte nicht stören" hilft — aber nicht gegen Anrufe
Das ist der wichtigste Satz auf dieser Seite. Benachrichtigungen und eingehende Anrufe sind für Windows zwei verschiedene Dinge:
| Art der Störung | Beispiele | Von „Bitte nicht stören" erfasst? |
|---|---|---|
| Benachrichtigungen | Mail, Kalender, Chat-Nachricht, Systemhinweise | ✅ ja — Banner und Ton werden unterdrückt |
| Eingehende Anrufe | Teams, Skype, Zoom, WhatsApp Desktop, Discord | ❌ nein — sie klingeln erfahrungsgemäß trotzdem durch |
Dagegen hilft nur eines: diese Anwendungen vor der Sitzung beenden — nicht minimieren — oder dort den Status auf „abwesend" beziehungsweise „nicht stören" setzen.
5 · Wo „Bitte nicht stören" liegt
Windows 11: Einstellungen → System → Benachrichtigungen → Bitte nicht stören einschalten.
Windows 10: Dieselbe Funktion heißt dort Benachrichtigungsassistent (englisch Focus Assist) und sitzt im Info-Center unten rechts. Wer nach „Bitte nicht stören" sucht, findet sie nicht — deshalb der Hinweis.
Linux: Der Name hängt von der Oberfläche ab — unter KDE Plasma Systemeinstellungen → Benachrichtigungen, unter GNOME Einstellungen → Benachrichtigungen. Die Linux-Fassung von Hypnotika ist noch geschlossene Beta.
6 · Die Minute vor der Sitzung — Checkliste
Von wirksam nach ergänzend. Die ersten drei Punkte decken das Meiste ab.
- Ausgabegerät prüfen — läuft Hypnotika auf einem anderen Gerät als der Windows-Standard? (Nur bei Online-Sitzungen relevant.)
- „Bitte nicht stören" einschalten — unterdrückt Banner und Töne aller normalen Benachrichtigungen.
- Anruf-Anwendungen schließen — Teams, Skype, Discord, WhatsApp Desktop. Beenden, nicht minimieren. Das ist der Punkt, den „Bitte nicht stören" nicht abdeckt.
- Telefon lautlos und außer Reichweite — es liegt meistens neben dem Rechner und ist die häufigste Störquelle überhaupt. Auch Vibration auf einer Tischplatte ist deutlich hörbar.
- Kalendererinnerungen für die Sitzungsdauer prüfen — steht in der nächsten Stunde ein Termin an, meldet er sich.
- Automatische Updates vertagen — sie kündigen sich gern mit Ton und Neustart-Hinweis an.
7 · Und wenn doch etwas dazwischenkommt?
Es passiert. Wichtiger als der perfekte Rechner ist, wie Du damit umgehst: Ein Geräusch, das nicht kommentiert wird, wird von der Klient:in oft gar nicht als Störung verarbeitet. Sprich einfach weiter — und wenn nötig, nimm es in die Suggestion auf („Geräusche von draußen tragen Dich noch tiefer"). Das ist eine klassische Utilisation und funktioniert bei einem Benachrichtigungston genauso wie bei einer Autotür.
Was allerdings hilft: Der Mitschnitt der Sitzung nimmt auf, was die Klient:in gehört hat. Wer die Aufnahme mitgibt, hat gleichzeitig eine ehrliche Rückmeldung darüber, wie ruhig der eigene Rechner wirklich war.
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